Gesamtvorhaben

Grundlegend für das Forschungsvorhaben ist die Einschätzung, dass gewaltsame Übergriffe gegen den seewärtigen Handel geeignet sind, potentiell schwerwiegende und gesamtsystemisch wirksame Konsequenzen für die globalen Handels- und Wirtschaftszusammenhänge herbeizuführen. Vor diesem Hintergrund befasst sich das Projekt PiraT (Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit: Indikatoren, Perzeptionen und Handlungsoptionen) mit den Gefahren des maritimen Terrorismus und der Piraterie für die deutsche Wirtschaft.

Ziel von PiraT ist es erstens, das allgemeine Verständnis der Komplexität zeitgenössischer Seehandelssicherheit und ihrer Bedeutung als ein gesamtgesellschaftlich relevantes Problemfeld zu erhöhen. Zweitens geht es darum, die Erwartungen und Bedürfnisse der von den Herausforderungen betroffenen Akteure an zukünftige Sicherheitsleistungen zu klären. Drittens werden unter Berücksichtigung der Handlungsspielräume und Beschränkungen Optionen für ein koordiniertes Vorgehen zur Intensivierung der Seehandelssicherheit aufgezeigt und im Rahmen eines unter Einbezug staatlicher und nichtstaatlicher Akteure entwickelten Maßnahmenkatalogs miteinander vereint.

Zentral für das Vorhaben ist der Gedanke, dass mit der Komplexität zeitgenössischer Risiken und Gefahren (erstens) das Erfordernis ihrer interdisziplinären Durchdringung sowie (zweitens) die Notwendigkeit zur Entwicklung innovativ koordinierter Vorgehensweisen für eine effektive wie effiziente Problembearbeitung wächst.

Die Erfassung der heute im Vordergrund stehenden transnationalen Gefahren wie des Komplexes aus Seehandel, Terrorismus und Piraterie verlangt danach, eine Vielfalt sich stetig verändernder Einfluss- und Kontextfaktoren in die vorzunehmenden Untersuchungen einzubeziehen. Diese erstrecken sich in akteursbasierten Szenarien von den Ursachen, Motivationen und Rahmenbedingungen nichtstaatlicher Gewalt über die Kapazitäten und Freiräume der Unsicherheitsakteure bis hin zu dem auf der angegriffenen Seite Maß an direkter wie indirekter Verwundbarkeit.

Es ist das Anliegen von PiraT, entsprechende Austauschprozesse für das Problemfeld Seehandelssicherheit zu initiieren und Akteuren aus Wirtschaft und Politik eine hierfür geeignete Diskussionsplattform sowie verschiedenste wissenschaftliche Expertisen zur Verfügung zu stellen. Die Austauschprozesse dienen als Fallstudie, um das Konzept der „Security Governance“ zu prüfen und weiterzuentwickeln. Es werden Indikatoren für die Erfassung sowohl der partikularen Risikoperzeptionen als auch der Abläufe und Mechanismen der Aushandlung und Entwicklung einer gemeinsamen Risikodeutung aufgestellt und zivile Handlungsoptionen für ein zu koordinierendes Vorgehen entwickelt.

Weitere Informationen zu den jeweiligen Teilvorhaben finden Sie hier.